Geht es nach den folgenden Initiativen und Unternehmen, lautet die Antwort eindeutig Ja. Sie zeigen, wie sich soziale Nachhaltigkeit ins Kerngeschäft integrieren lässt.
Rund 200.000 Menschen beziehen in Österreich Sozialhilfe, über 61.000 nahmen 2025 eine Schuldnerberatung in Anspruch. Menschen in finanziellen Notlagen den Zugang zu einem Konto zu ermöglichen, ist das Ziel der von der ERSTE Stiftung und Erste Bank gegründeten „Zweite Sparkasse“. Gemeinsam mit sozialen Einrichtungen und Schuldnerberatungen werden Betroffene mit speziellen Kontomodellen auf dem Weg zurück in stabile finanzielle Verhältnisse begleitet. Heuer feiert die Initiative ihr 20-jähriges Bestehen. Seit der Gründung 2006 konnten bereits rund 28.000 Menschen unterstützt werden.
Das Wiener MAGDAS Hotel zeigt, wie soziale Wirkung zum Geschäftsmodell werden kann. Das Unternehmen beschäftigt Menschen mit Fluchterfahrung und andere Personen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt. Ausbildung, Integration und wirtschaftlicher Erfolg werden dabei bewusst zusammen gedacht. Mit der geplanten Wiedereröffnung des Standorts am Prater 2027 soll die soziale Wirkung weiter wachsen und zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden.
Die deutsche Initiative JOBLINGE – gegründet von der Boston Consulting Group und einer Stiftung der BMW AG – unterstützt junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen beim Einstieg in Ausbildung und Beruf. Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und ehrenamtliche Mentor:innen arbeiten dabei eng zusammen. In den maximal sechs Monaten des Programms erlernen die Teilnehmenden soziale und berufliche Kompetenzen, reflektieren ihre Stärken und sammeln Praxiserfahrung in Partnerunternehmen. Nach eigenen Angaben schaffen rund 80% der Teilnehmenden den Sprung zurück ins Berufsleben.
Damit es beim Thema Diversität nicht bei Bewusstseinskampagnen und Zielvorgaben bleibt, ging der Softwarekonzern SAP bereits 2013 einen Schritt weiter und startete das Programm „Autism at Work“. Das Ziel: Menschen aus dem Autismus-Spektrum gezielt für den Arbeitsmarkt zu gewinnen und gleichzeitig Arbeitsumfeld, Recruiting-Prozesse und Führungskultur anzupassen. Heute arbeiten rund 50 betroffene Mitarbeitende am Standort Walldorf und etwa 200 weltweit bei SAP.
Quellen: https://sparkasse.at/diezweitesparkasse/ueber-uns; https://magdashotel.com/vienna-prater; https://joblinge.de; https://sap.com/discover/neuroinclusion/index.html