Umwelt- und Klimaschutz genießen in Österreich weiterhin breiten Rückhalt. Das ist die Kernaussage des erstmals vorgelegten „Mensch-Umwelt-Monitors“ (MUM).
Mit dem neuen Instrument ergänzt das Umweltbundesamt klassische Umweltindikatoren um eine gesellschaftliche Perspektive: Wie denken Menschen über Klimakrise, Biodiversität oder Kreislaufwirtschaft – und wo besteht politischer Handlungsspielraum?
Grundlage des MUM ist eine repräsentative Befragung von mehr als 2.000 Personen. Neu ist die Differenzierung nach sieben gesellschaftlichen Milieus, die unterschiedliche Haltungen zu Umwelt- und Klimaschutz sichtbar machen. Besonders hoch ist die Zustimmung bei der „etablierten Mitte“ sowie bei den „progressiven (Klein-)Bürger:innen“. Skepsis zeigt sich etwas häufiger bei „politikfernen Arbeiter:innen“ und „jungen Individualist:innen“. Allerdings bleibt auch hier die Ablehnung eine Minderheitenposition.
Rund zwei Drittel der Befragten unterstützen Umwelt- und Klimaschutz. Nur 8% lehnen ihn klar ab. Konsens über alle Milieus hinweg herrscht, so die Studie, bei zentralen umweltpolitischen Maßnahmen. So befürworten etwa
Das Umweltbundesamt versteht den neuen Monitor als Brücke zwischen Umwelt- und Gesellschaftsdaten. Umweltfragen seien immer auch soziale Fragen, so eine zentrale Erkenntnis der Studie. In manchen Bevölkerungsgruppen zeige sich etwa Skepsis gegenüber umweltpolitischen Maßnahmen, weil Betroffene soziale Nachteile befürchten. Das zeige, wie entscheidend es ist, gesellschaftliche und wirtschaftliche Maßnahmen nachvollziehbar zu planen.
Für 2026 sind thematische Vertiefungen, etwa zu Klimawandel und Kreislaufwirtschaft, angekündigt. Der Mensch‑Umwelt‑Monitor dürfte sich damit rasch zu einer wichtigen Referenz für evidenzbasierte Umwelt‑ und Nachhaltigkeitspolitik entwickeln.
(Quelle: www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/rep1023.pdf)