Mit der RL (EU) 2024/825 (Empowering Consumers Directive, EmpCo) tritt die Regulierung von Nachhaltigkeitskommunikation in eine neue Phase. Umweltbezogene Aussagen wie „klimaneutral“ oder „nachhaltig“ werden ab September 2026 rechtlich genauso behandelt wie andere potenziell irreführende Werbeaussagen. Die Richtlinie ändert zentrale verbraucherschutzrechtliche Grundlagen und integriert Green Claims ausdrücklich in das Lauterkeits- und Verbraucherrecht. Ihre Umsetzung ist in Österreich noch ausständig.
Die EmpCo zielt darauf ab, irreführende Umweltaussagen zu verhindern. Pauschale oder nicht belegte Green Claims werden zum Compliance-Risiko. Nachhaltigkeitskommunikation ist damit nicht mehr nur eine Frage guter Absicht, sondern muss präzise, nachvollziehbar und konsistent mit belastbaren Daten sein. Unternehmen sehen sich erhöhten rechtlichen und reputativen Risiken ausgesetzt.
Besonders relevant ist die Schnittstelle zu CSRD und EU‑Taxonomie. Während Unternehmen geprüfte Nachhaltigkeitsinformationen berichten, bestehen in der externen Kommunikation oft vereinfachte Darstellungen. Künftig müssen Aussagen nach außen mit internen Daten und Offenlegungen übereinstimmen. Inkonsistenzen können regulatorische Konsequenzen haben. Die Etablierung einer „Single Source of Truth“ für Nachhaltigkeitsinformationen wird damit zur zentralen Anforderung.
Die EmpCo führt auch zu organisatorischen Veränderungen. Nachhaltigkeitsteams müssen enger mit Marketing, Kommunikation und Rechtsabteilungen zusammenarbeiten. Marketingaussagen werden Teil des Compliance-Managements. Entscheidend ist, wer Nachhaltigkeitsaussagen freigibt, wie sie geprüft werden und welche Evidenz zugrunde liegt.
Zunehmende kommunikative Zurückhaltung ist bereits sichtbar. Langfristig liegt die Chance jedoch in besserer, transparenterer Kommunikation. Unternehmen, die klare interne Prozesse etablieren und Fortschritte ebenso wie Herausforderungen offen darstellen, können Vertrauen schaffen. 2026 markiert damit den Übergang von strategischen Nachhaltigkeitskonzepten zur operativen Umsetzung in integrierten Steuerungs- und Compliance-Strukturen.
Dieser Blogbeitrag ist eine unter Zuhilfenahme von KI gekürzte Version des Fachartikels „Aktuelle Trends: Empowering Consumers Directive – Nachhaltigkeitskommunikation wird zum Compliance-Thema“ von Marina Luggauer. Der Originalartikel steht in Volltext für NIU answers zur Verfügung.