Eine aktuelle Metastudie von Greenpeace macht deutlich: Der ökologische Fußabdruck von KI wächst rasant und erfordert neue Strategien für einen nachhaltigen Einsatz.
Bis 2030 sollen KI-Rechenzentren elfmal so viel Strom verbrauchen wie noch 2023. So die zentrale Aussage einer Metastudie, für die Greenpeace 95 Einzelstudien ausgewertet hat.
Absolut betrachtet ist das noch kein dominanter Anteil am globalen Stromverbrauch. Entscheidend ist die hohe Wachstumsdynamik: KI entwickelt sich zu einem zusätzlichen Treiber im Energiebedarf digitaler Infrastrukturen. In Irland etwa entfallen bereits über 20% des gesamten Stromverbrauchs auf Rechenzentren, in der Hauptstadt Dublin sogar fast 80%.
Besonders brisant: Große Rechenzentren arbeiten in der Regel rund um die Uhr, damit sich die IT-Infrastruktur amortisiert. Der Energieverbrauch bleibt daher Tag und Nacht konstant hoch. Strom wird auch dann benötigt, wenn gerade kein erneuerbarer Strom aus Wind- oder Sonnenenergie verfügbar ist. Diese Lücke wird häufig durch klimaschädliche Gas- oder Kohlekraftwerke geschlossen – und erhöht damit die Laufzeiten dieser fossilen Kraftwerke.
Die Autor:innen gehen daher davon aus, dass, selbst wenn man von einem „CO2-neutralen“ Strommix im Jahr 2040 ausgeht, die Treibhausgasemissionen weiter steigen könnten.
Zugleich weist die Studie darauf hin, dass die Kühlung von Rechenzentren enorme Wassermengen erfordert. Auch Elektroschrott ist ein Problem: Durch den Ausbau der Rechenzentren könnten bis 2030 bis zu fünf Millionen Tonnen zusätzlicher Elektroschrott entstehen.
Um KI mit Nachhaltigkeitszielen tatsächlich in Einklang zu bringen, schlagen die Autor:innen daher ein „Fünf-Punkte-Rahmenkonzept“ vor:
1. Einsatz kritisch prüfen: KI sollte nur dort eingesetzt werden, wo sie einen klaren Mehrwert bietet und nicht unnötig Ressourcen verbraucht.
2. Schlanke Modelle einsetzen: KI-Modelle sollen so ressourcensparend wie möglich sein, ohne die erforderliche Leistung im konkreten Einsatz zu verlieren.
3. Erneuerbare Energien nutzen: Der Strombedarf von KI-Systemen soll konsequent aus klimafreundlichen Energiequellen gedeckt werden.
4. Transparenz herstellen: Energieverbrauch und CO2-Emissionen von KI-Anwendungen müssen messbar und nachvollziehbar offengelegt werden.
5. Infrastruktur optimieren: Rechenzentren sollen effizienter betrieben werden, etwa durch bessere Kühlung und durchdachte Standortwahl.
Diese Prinzipien sollen langfristig dazu beitragen, dass KI-Systeme ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit maximieren. Die Studie fordert nicht zuletzt auch politische Maßnahmen, darunter verbindliche Berichtspflichten zu Energie-, Wasser- und Effizienzdaten sowie ein Effizienzlabel für Rechenzentren und KI-Dienste.
Die gesamte Studie ist abrufbar unter: greenpeace.de/publikationen/20250514-greenpeace-studie-umweltauswirkungen-ki.pdf