ESG Blog

Je reicher, desto klimafeindlicher?

Umwelt
NIU answers ESG Blog: Klimaschutz und ähnliche Themen
25. Juni 2026
MANZ Online Redaktion

Verursacht Wohlstand automatisch mehr Umweltschäden? Eine aktuelle Studie der Universitäten Leiden und Oxford legt genau das nahe: Das reichste Zehntel der Weltbevölkerung verursacht allein durch seinen Konsum jährlich Umwelt- und Klimaschäden von geschätzt 1,7 bis 5,7 Billionen US-Dollar.

Häufiges Fliegen, große Autos, hoher Energieverbrauch und Fleischkonsum: Wohlhabende Menschen weisen häufig besonders ressourcenintensive Konsummuster auf. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Communications Sustainability“, zeigt, dass sich das deutlich im ökologischen Fußabdruck niederschlägt.

EU und USA voran

Die Forschenden analysierten die Auswirkungen des Konsums auf ausgewählte planetare Belastungsgrenzen. Rund die Hälfte der Schäden entfällt auf das Artensterben, weitere rund 40% auf den Klimawandel. Dabei konzentriert sich die Verantwortung stark auf wohlhabende Industrieregionen: Rund 60% des reichsten Zehntels der Weltbevölkerung leben in den USA und der Europäischen Union. Gleichzeitig verfügen diese Menschen über erheblichen Einfluss auf Investitionsentscheidungen und definieren dadurch, was in der Gesellschaft als „normal“ gilt. „Die oberen zehn Prozent sind wichtig – nicht nur, weil sie den meisten Schaden verursachen, sondern auch, weil sie den größten Einfluss haben, ihn zu verringern", sagt Paul Behrens von der Universität Oxford. 

Ruf nach Umwelt- oder Wohlstandssteuer 

Die Autor:innen der Studie plädieren für stärkere Anreize und Regulierungen nach dem Verursacherprinzip. Etwa durch Einführung einer Umwelt- oder Wohlstandssteuer. „Würden die Verursacher zahlen und dieses Geld in Lösungen fließen, könnte das einen enormen Unterschied machen", so Inge Schrijver von der Universität Leiden. Denn: Die Schadenssumme sei weit höher als die Mittel, die weltweit für Klima- und Biodiversitätsfonds benötigt werden.

(Quelle: APA Science)