Am 11. September findet wieder die „Earth Night“ statt. Die Initiative macht auf die zunehmende Lichtverschmutzung und ihre Folgen aufmerksam und ruft dazu auf, Außen- und Fassadenbeleuchtungen für eine Nacht zu reduzieren oder abzuschalten.
Als Thomas Alpha Edison 1879 die Glühbirne zur Marktreife brachte, läutete er nicht nur das Zeitalter der elektrischen Beleuchtung ein. Mit dem Siegeszug des Kunstlichts begann auch ein Phänomen, das heute als „Lichtverschmutzung“ bekannt ist: die zunehmende Aufhellung der Nacht durch künstliche Lichtquellen.
Heute ist es v.a. die LED-Technik, die durch ihre hohe Energieeffizienz dazu führt, dass nahezu alles und überall beleuchtet wird. Besonders problematisch sind dauerhaft eingeschaltete Beleuchtungen, fehlgeleitete Strahler oder überdimensionierte Werbe- und Fassadenbeleuchtungen.
Die Folgen einer immer helleren Nacht sind über 150 Jahre nach Einsatz des ersten elektrischen Leuchtmittels gut dokumentiert: Sie reichen von gestörtem Schlaf-Wach-Rhythmus beim Menschen bis hin zu massiven Auswirkungen auf Insekten, Vögel und andere nachtaktive Tiere. Zudem geht die unnötige Beleuchtung mit vermeidbarem Energieverbrauch und zusätzlichen CO₂-Emissionen einher.
Genau hier setzt die 2019 gegründete Initiative „Paten der Nacht“ an. Mit der jährlich im September stattfindenden „Earth Night“ ruft sie insbesondere Unternehmen dazu auf, Außenbeleuchtungen möglichst eine ganze Nacht lang abzuschalten oder deutlich zu reduzieren, um einen wirksamen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.
Oft entfalten bereits einfache Maßnahmen große Wirkung:
Langfristig empfehlen die Initiatoren, Licht gezielt nach unten auszurichten, Bewegungsmelder einzusetzen und warmweiße statt blauhaltige Lichtquellen zu verwenden.
Dass auch heimische Unternehmen im Rahmen der „Earth Night“ aktiv werden, zeigt die offizielle Teilnehmerliste. So beteiligte sich etwa das MuseumsQuartier Wien 2025 mit der Abschaltung von Gebäudebestrahlungen und Werbebeleuchtung. Die Raiffeisenbank Region Traun-Alm reduzierte ihre Außen- und Werbebeleuchtung. Bereits in den Vorjahren setzten u.a. die NÖKU-Gruppe, die Kunstmeile Krems, Kühne + Nagel Österreich sowie die Oberösterreich Tourismus GmbH durch das Abschalten von Fassaden- und Objektbeleuchtungen ein Zeichen gegen Lichtverschmutzung. Insgesamt sind es bereits rund einhundert offizielle Unterstützer:innen, die gemeinsam ein Zeichen setzen wollen, verantwortungsvoll mit Kunstlicht umzugehen.
Quellen: paten-der-nacht.de; earth-night.info