Am 16. September ist Internationaler Tag zum Schutz der Ozonschicht. Doch was ist die Ozonschicht überhaupt und warum ist sie für das Leben auf der Erde so wichtig?
Die kurze Antwort: Ohne die Ozonschicht gäbe es kein Leben, wie wir es kennen. Ozon ist ein Molekül in der Stratosphäre, das wie ein natürlicher Schutzschild gegen energiereiche UV-Strahlung wirkt, die zu Hautkrebs, Augenkrankheiten und Schäden an Pflanzen sowie Ökosystemen führt.
Hauptverantwortlich für den dramatischen Rückgang der Ozonschicht war die Nutzung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKWs). Einer ihrer bekanntesten Vertreter war Dichlordifluormethan, das ab den 1930er-Jahren als vermeintliches „Wundermittel“ in Kühlschränken, Klimaanlagen und Spraydosen zum Einsatz kam. Jahrzehntelang galten FCKWs als sicher und vielseitig einsetzbar. Bis Forschende nachwiesen, dass die Stoffe in der Stratosphäre erheblichen Schaden anrichten. Der Grund: UV-Strahlung spaltet FCKW-Moleküle, setzt Chlorradikale frei, die wiederum Ozon zerlegen. Die Folge war ein immer dünner werdendes Schutzschild und schließlich die Entdeckung des Ozonlochs über der Antarktis in den 1980er-Jahren.
Zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse später gelang eine der seltenen Erfolgsgeschichten internationaler Umweltpolitik: 1985 verabschiedeten 198 Staaten die Wiener Konvention zum Schutz der Ozonschicht. Am 16.9.1987 folgte mit dem Montrealer Protokoll ein verbindliches internationales Abkommen zur Beendigung der Produktion ozonschädigender Stoffe.
Auch wenn die Umstellung ein Kraftakt für Industrie und Politik war, hat sich der Aufwand gelohnt: Die Konzentration chrom- und bromhaltiger Stoffe in der Stratosphäre sinkt seit Jahren. Wissenschaftler:innen gehen sogar davon aus, dass sich das Ozonloch bis Mitte der 2060er Jahre komplett schließen könnte.
Ganz ausgestanden ist das Problem allerdings noch nicht: Nicht nur verbleiben viele FCKWs 50 bis 70 Jahre in der Atmosphäre, einige Klimaforscher:innen vermuten zudem, dass die zunehmende Erderwärmung der Erholung entgegenwirken könnte. Durch die dicker werdende CO2-Schicht würde nämlich der Austausch zwischen den Luftschichten verhindert. Das führe zu einer kühleren Stratosphäre, was den Ozonabbau verstärken könnte.
Quellen: https://geo.de/wissen/forschung-und-technik/ozonloch--warum-es-aufriss-und-wie-der-stand-heute-ist-35449486.html; https://de.wikipedia.org/wiki/Ozonloch; https://science.orf.at/stories/3232034