Extremtemperaturen, Unwetter, Gletscherrückgang und längere Vegetationsperioden: Der Klimawandel zeigt hierzulande bereits deutliche Spuren. Mit enormen finanziellen Folgen: Prognosen zufolge muss Österreich bei einer globalen Erwärmung von 2°C bis 2050 mit jährlichen Schäden von bis zu zehn Milliarden Euro rechnen. Derzeit fließen rund 600 Millionen Euro pro Jahr in Maßnahmen zur Klimawandelanpassung, etwa in den Hochwasserschutz oder in Renaturierungsprojekte.
Eine teure Angelegenheit, die sich aber langfristig lohnen dürfte, wie eine aktuelle Studie des Wegner Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz zeigt. Konkret ergeben sich im Vergleich zu einem Szenario ohne weitere Investitionen höhere Steuereinnahmen (rund 1,7 Mrd Euro). Katastrophenschutz bedeutet nämlich auch: Weniger Ernteausfälle und damit gesteigerte Produktivität.
Offen bleibt die Frage der Finanzierung. Die Studie vergleicht dazu unterschiedliche Modelle und beleuchtet deren Vor- und Nachteile. Während etwa Budgetumschichtungen andere staatliche Ausgaben reduzieren würden, belasten Staatsanleihen Konsum und Ersparnisse der Haushalte. Die Autor:innen empfehlen daher eine Mischstrategie, die beide Ansätze kombiniert und so die Belastungen breit verteilt.
Details zur Studie: sciencedirect.com/science/article/pii/S0921800925003982?via%3Dihub
(Eva Preinfalk, Wegener Center für Klima und Globalen Wandel Graz)