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Ohne Biodiversität keine Wirtschaft

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NIU answers ESG Blog: Klimaneutralität und ähnlich Themen
02. März 2026
MANZ Online-Redaktion

Der aktuelle Bericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) stellt unmissverständlich klar: „Ein besserer Umgang mit der Natur ist für Unternehmen keine Option, sondern eine Notwendigkeit“. Wirtschaftliche Akteure, die dies ignorieren, setzen langfristig ihre Existenz aufs Spiel.

Der Tenor des Berichts, der von Vertreter:innen aus über 150 Mitgliedsstaaten verabschiedet wurde, ist ernüchternd: Weltweit scheint es Unternehmen nach wie vor profitabler, die biologische Vielfalt zu zerstören, statt sie zu schützen. Allein im Jahr 2023 flossen schätzungsweise 7,3 Billionen US-Dollar in Aktivitäten, die sich direkt negativ auf die Umwelt auswirkten – unter anderem durch Lobbyarbeit von Unternehmen. „Das Wachstum der Weltwirtschaft ging mit einem immensen Verlust an biologischer Vielfalt einher, das nun ein kritisches und allgegenwärtiges systemisches Risiko für die Wirtschaft, die Finanzstabilität und das Wohlergehen der Menschen darstellt“, so die zentrale Erkenntnis des IPBES-Berichts. Unternehmen würden aber kaum oder gar keine Kosten für ihre negativen Auswirkungen tragen.

Offenlegungspflichten gefordert

Als wichtigste Maßnahme fordert der Bericht deshalb, dass Unternehmen ihre Auswirkungen auf die Natur und ihre Abhängigkeiten von intakten Ökosystemen offenlegen müssen. Weltweit tun dies nur weniger als ein Prozent der börsennotierten Unternehmen.

Umdenken unverzichtbar

„Allzu oft ist die biologische Vielfalt ein unsichtbarer und entbehrlicher Vermögenswert in der Bilanz“, betont Qu Dongyu, Generaldirektor der FAO. Diese Sichtweise ändere sich zwar, das Umdenken sei keineswegs optional, es ist unverzichtbar. Denn: „Die Biodiversitätskrise ist der Kern dessen, was Unternehmen erfolgreich macht oder scheitern lässt: die Widerstandsfähigkeit der Wertschöpfungskette“, so Khaled El-Enany, Generaldirektor der UNESCO in seinem Statement zum IPBES-Bericht. 

Matt Jones, Co-Vorsitzender des Business and Biodiversity-Berichts, bringt es folgendermaßen auf den Punkt: „Unternehmen und andere wichtige Akteure können entweder den Weg zu einer nachhaltigeren Weltwirtschaft weisen oder letztendlich das Aussterben riskieren – sowohl von Arten in der Natur als auch möglicherweise ihr eigenes.“