ESG Blog

Greenwashing: Die Energiewende rückt in den Fokus

Umwelt
Governance
NIU answers ESG Blog: Klimaneutralität und ähnlich Themen
22. Oktober 2026
MANZ Online Redaktion

Wer Teil der grünen Transformation ist, steht verstärkt unter Beobachtung, ob Nachhaltigkeitsversprechen und tatsächliches Handeln zusammenpassen. Das zeigt der neue Greenwashing Report von RepRisk.

Geschäftsrisiken durch Greenwashing 

Erneuerbare Energien, Bergbau, Industriemetalle, Versorger sowie Software- und IT-Unternehmen: Ein neuer Report des Schweizer ESG-Risikoanalysten RepRisk zeigt, dass sich Geschäftsrisiken durch Greenwashing mehr und mehr von emissionsintensiven Branchen hin zu transformationsgebundenen Sektoren verschieben.

Insgesamt wurden im Betrachtungszeitraum von Juli 2025 bis Juni 2026 rund 1.600 Unternehmen mit Greenwashing in Verbindung gebracht, 28% mehr als im Vorjahreszeitraum. Die absoluten Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu interpretieren: RepRisk hat sein Screening auf zusätzliche Quellen, Sprachen und Unternehmen ausgeweitet und 2025 eine eigene Greenwashing-Kategorie eingeführt.

Deutlich zeigt sich hingegen die Verschiebung zwischen den Branchen: Der Anteil transformationsnaher Sektoren an den erfassten umweltbezogenen Greenwashing-Verknüpfungen stieg von 18% im Jahr 2022 auf 29% im Jahr 2026. In der Öl- und Gasbranche sank der Anteil im selben Zeitraum von 17 auf 12%.

Finanzinstitute im Greenwashing-Fokus

Finanzinstitute stehen besonders im Fokus: 305 Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungssektor wurden 2026 mit Greenwashing in Verbindung gebracht, 40% mehr als im Vorjahr. Hinzu kamen 86 Banken. Für Finanzinstitute können Greenwashing-Risiken laut RepRisk sowohl aus eigenen Aktivitäten als auch aus Unternehmen und Projekten entstehen, die sie finanzieren oder in die sie investieren. 

Die grüne Transformation wird zum Risikofeld

Greenwashing wird damit zunehmend zum Geschäftsrisiko der grünen Transformation. Denn mit Investitionen und Kapitalströmen in erneuerbare Energien, Transformationsrohstoffe und CO₂-arme Infrastruktur geraten auch die damit verbundenen Nachhaltigkeitsversprechen stärker unter Beobachtung.