Makroökonomische Herausforderungen und geopolitische Entwicklungen sind als Rahmenbedingung nicht hilfreich. Mit Pragmatismus und Impact Investing ist ein weiteres Wachstum für Nachhaltige Veranlagungen in Klimaanpassung, KI, Circular Economy, Green Bonds und gegen Greenwashing vorgezeichnet.
Nachhaltige Veranlagungen haben sich in den letzten Jahren kontinuierlich vom Nischenthema zu einem integralen Bestandteil der Finanzwelt entwickelt. Für 2026 zeichnen sich ab:
Dabei bilden allgemein makroökonomische Herausforderungen und geopolitische Entwicklungen (US-amerikanische Verwerfungen) den Rahmen.
In den USA wird die wissenschaftliche und rechtliche Basis von Klima- und Klimafolgenforschung zumindest kurzfristig zerstört, der gesellschaftliche Schaden und die Kosten zukünftiger Klimawandelanpassungen steigen exorbitant. Die Midterm Elections am 3.11.2026 werden die weiteren Szenarien stark beeinflussen.
Europa befindet sich in einem Wechselspiel aus breiter und konsequenter Umsetzung auf der einen Seite und Verzögerung bzw Verwässerung auf der anderen Seite. Währenddessen erreicht Chinas Volkswirtschaft den CO2-Peak und forciert sehr dynamisch auch erneuerbare Energieträger.
Der Nachweis zählt, dass Geld tatsächlich positive ökologische oder soziale Auswirkungen hat. Investitionen in Unternehmen, die sich im Wandel befinden, gewinnen an Bedeutung, um den Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft zu finanzieren.
Nach dem Klimawandel rückt der Schutz der biologischen Vielfalt stärker in den Fokus von Investoren. Die Berücksichtigung der Risiken, die durch den Klimawandel auf Anlagen wirken (zB Infrastruktur, Immobilien), wird wichtiger.
Entsprechend der EU-Greenwashing-Richtlinie (Green Claims Directive) sind Umweltversprechen ohne Beweise („Greenwashing“) verboten. Pflichten zur Klimaberichterstattung und die Taxonomie schaffen einheitliche Standards, was die Vergleichbarkeit von nachhaltigen Fonds erhöht.
Künstliche Intelligenz wird eingesetzt, um ESG-Daten besser auszuwerten und um versteckte Risiken in Lieferketten zu erkennen. Technologieunternehmen, die Lösungen für Energieeffizienz, smarte Stromnetze und Kreislaufwirtschaft bieten, bleiben hoch im Kurs.
Nachhaltigkeit beschränkt sich nicht mehr nur auf Energie, sondern umfasst zunehmend Prinzipien der Kreislaufwirtschaft – Reduzierung, Wiederverwendung und Recycling (Reduce, Reuse, Recycle) – in den Kernaktivitäten von Unternehmen.
Der Markt für grüne Anleihen (Green Bonds) wächst weiter, da Unternehmen und Staaten Kapital für spezifische Klimaprojekte aufnehmen.
Realistischer Ansatz: Trotz politischen Gegenwinds etabliert sich ein pragmatischer Ansatz, der Nachhaltigkeit als Risikomanagement und Renditechance versteht anstatt als Überzeugungssache.
Der Markt für nachhaltige Veranlagungen in Österreich und Europa wächst trotz politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen weiter. Die Performance von nachhaltigen Investitionen ist langfristig oft gleichauf oder besser, da sie weniger skandalanfällig sind.
Für den Österreichischen Finanzmarkt bietet der Nachhaltigkeitsindex VÖNIX (www.voenix.at) eine Benchmark für Aktien im ATX (vgl Friesenbichler, 20 Jahre VÖNIX Nachhaltigkeitsindex, NIU 2026/4 [€]). Das Österreichische Umweltzeichen (www.umweltzeichen.at/de/produkte/finanzprodukte) für Nachhaltige Finanzprodukte (Richtlinie UZ49) ist eine weitere Quelle (Vgl Friesenbichler, Das Österreichische Umweltzeichen UZ49 für Nachhaltige Finanzprodukte, NIU 2024/26 [€]).
Eitzenberger, Aktuelle Trends: Nachhaltige Veranlagung 2026, NIU 2026/10 - jetzt in NIU answers (hier zum kostenlosen Early Access anmelden).